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Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500 – 1800 im Städel Museum Frankfurt

Die Ausstellung, welche die hochkarätigen Bestände des Städel Museums, des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und des Kunstmuseums Basel zeigt, spannt mit über 90 Meisterwerken den Bogen der Stilllebenmalerei in den Niederlanden und in Deutschland vom späten 15. bis ins späte 18. Jahrhundert.

Meisterwerke von Jan Brueghel d. Ä., Jan Davidsz. de Heem, Willem Kalf, Rachel Ruysch, Abraham Mignon, Georg Flegel, Jan Soreau, Gottfried von Wedigh und Sebastian Stosskopf zeigen die verschiedenen Spielarten des Stilllebens. Die sachlich ausgerichteten Werke des frühen 17. Jahrhunderts ebenso wie die späteren Prunk¬stillleben, „Mahlzeiten“ ebenso wie üppige Blumensträuße oder pittoreske Tierstillleben.

Tautropfen auf zarten Blütenblättern, Lichtreflexe auf kostbarem Silbergeschirr, kandiertes Zuckerwerk in blau-weißen chinesischen Porzellanschälchen, das weiche Gefieder eines toten Singvogels, der fahle Ton eines Totenschädels – Stillleben faszinieren bis heute. Durch den nahsichtigen Blick auf nicht lebende, doch keineswegs leblose Gegenstände, die mit malerischer Raffinesse wiedergegeben werden fühlt sich der Betrachter besonders angesprochen.

Die Stilllebenmalerei war seinerzeit alles andere als eine rein ästhetische Angelegenheit, als die sie der heutige Betrachter meist wahrnimmt: In ihr spiegelten sich nicht nur Vergänglichkeitsgefühl und Erlösungsbedürfnis, sondern auch die Freude an der bildlichen Darstellung von exotischen Handelswaren, mit denen etwa die niederländischen Kaufleute ihr Vermögen erworben hatten.

In der Ausstellung trifft der Besuch auf thematisch geordnete Werke wie Fisch- und Jagdstillleben und Kartuschenbildern.

Für Kinder ab 12 Jahren gibt es ein interessantes Begleitheft.

Der Katalog „Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500 – 1800 “ präsentiert auf
großformatigen Abbildungen die Gemälde und Ausschnitte davon. So spiegelt er die Vielfalt der Stillleben wieder. Die vergrößerten Bildausschnitte zeigen Tautropfen auf Blütenblättern, gläserne Trinkpokale, kandiertes Zuckerwerk und chinesisches Porzellan.
Der Katalog befasst sich mit dem Thema der Ausstellung mit vielen Essays. Er macht deutlich warum und wie Dinge zum Gegenstand eines Bildes wurden, insbesondere teure Statussymbole wie exotische Früchte und Gewürze sowie Goldgegenstände und feines Porzellan.
Der Katalog eignet sich auch hervorragend als Nachschlagewerk.

Die sehenswerte und prächtige Ausstellung zeigt einen hochkarätigen Querschnitt der Entwicklungsgeschichte der Stilllebenmalerei zwischen 1500 und 1800.


Ausstellungsort: Städel Museum Frankfurt

Öffnungszeiten: 20. März bis 17. August 2008
Dienstag, Freitag bis Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 10.00 – 21.00 Uhr

Weitere Infos: www.staedelmuseum.de

Eintritt: 10 €, ermäßigt 8 €, Familienkarte 18 €, Kinder bis 12 J. frei

Katalog: Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500 – 1800
Hrsg.:Jochen Sander, Hatje Cantz Verlag,
366 Seiten, 246 Farbabb.,
Museumsausgabe (Broschur) ISBN 978-3-7757-2007-6
€ 34,90, Buchhandelsausgabe (Hardcover) € 49,80

März 2008

© Gabriele Becker, Journalistin

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