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Alexander der Grosse und die Öffnung der Welt – im rem in Mannheim

Diese Ausstellung folgt Alexander dem Großen (356 – 323 v. Chr.) auf seinem Eroberungszug durch das persische Reich und öffnet damit den Blick nach Zentralasien.

Anhand der etwa 400 Exponate – teilweise bisher noch nie in Europa zu sehen – wird der Austausch von griechischer, persischer und zentralasiatischer Kultur deutlich.

Kunstobjekte aus den usbekischen Museen, dem Nationalmuseum der Antike Tadschikistans sowie großen europäischen Museen (Louvre, British Museum, Eremitage, Berliner Museen) veranschaulichen das Thema und lassen es lebendig werden.

Die Ausstellung befasst sich zunächst mit den Bereichen Mythos und Bildnisse Alexander des Großen, geht auf seinen geistigen und kulturellen Hintergrund ein und folgt seinen Feldzug nach Osten.

Seinen elfjährigen Zug verdeutlicht eine neun Meter lange und drei Meter hohe Karte mit einem Zeitstrahl. Sie zeigt die immense Strecke mit den wichtigsten Stationen, die er zurücklegte. Obwohl er mit nur 35. 000 Mann gegen vielfach größere Heere in die Kriege zog, entschied er die Schlachten für sich. Eine Schlachtszene zeigt das wohl berühmteste antike Mosaik, das „Alexandermosaik“.

Wie er im persischen Reich vielen Völkern begegnet, wird deutlich in den Ausstellungsbereichen „Feind und Faszination (das persische Großreich unter den Achämeniden)“, Griechen in Zentralasien sowie Kunst und Kultur unter den Kuschan.

Prunkstücke der achämenidischen Kunst wie filigraner Schmuck, Tafelgeschirr etc zeigen den damaligen Luxus. Kunstwerke aus der griechischen und persischen Kultur werden gegenübergestellt und zeigen so, wie sich Griechen und Perser damals gegenseitig wahrnahmen.

Die Ausstellung befasst sich auch umfangreich mit der Stadt Babylon. Sie zeigt in einer beeindruckenden Computeranimation wie die Metropole bei Alexanders Einzug aussah und geht dabei auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse ein. Exponate vom Ischta-Tor und weiter Funde aus Babylon sind zu sehen.

In Baktrien (Zentralasien) gründete Alexander Städte und Festungen, in denen er Veteranen ansiedelte. Hier heiratete er auch Roxane, die Tochter eines lokalen Fürsten.
Besonders wird in der Ausstellung auf die Funde der 2008 abgeschlossenen archäologischen Ausgrabung einer Festung in Kurgansol (Usbekistan) eingegangen. Eine Computeranimation zeigt die Festung. Das originalgetreue Modell der tönernen Badewanne ist sehenswert.

Aus der kuschanzeitlichen Stadt Begram in Afghanistan werden prunkvolle Funde die Zeugnis vom regen Handel zwischen Ägypten, China und Indien geben gezeigt. Auf buddhistische Kunst aus Baktrien und Gandhara (nordwestlich Indiens gelegen) und die Verknüpfung griechischer und buddhistischer Gottesvorstellungen wird anhand einiger Exponate eingegangen.

Zuletzt gibt die Ausstellung einem Ausblick auf das Nachwirken Alexanders in Ost und West.

Der Katalog „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“
befasst sich umfassend und gut verständlich mit den nachhaltigen Folgen des Alexanderzugs in Zentralasien. Namhafte Wissenschaftler der verschiedensten Fachrichtungen setzen sich hier mit dem Aufeinandertreffen altorientalischer und griechischer Traditionen mit den zentralasiatischen Kulturen auseinander. Die kostbaren Leihgaben der internationalen Museen sind im Katalog bestens abgebildet. So kann man sich mit 400 außergewöhnlichen Ausstellungs-Objekten gut befassen. Der Katalog eignet sich auch hervorragend als Nachschlagewerk.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm sowie eine Audio-Führung mit Hintergrundwissen zu einzelnen Exponaten.

Die sehenswerte und prächtige Ausstellung zeigt welche nachhaltigen Folgen Alexanders Feldzug ans Ende der Welt hatte. Diese wissenschaftlich fundierte kulturhistorische Ausstellung zeigt viele noch nie in Europa bisher zu sehende Exponate.


Ausstellungsort: Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Museum Weltkulturen D 5, 68159 Mannheim

Öffnungszeiten: 3. Oktober 2009 bis 21. Februar 2010
Dienstag bis Sonntag 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr
(außer 24. + 31.12.)
Sonntags um 14.00 Uhr öffentliche Führungen

Weitere Infos: www.alexander-der-grosse-2009.de

Katalog: Alexander der große und die Öffnung der Welt – Asiens Kulturen im Wandel
Hrsg.: Michael Teilenbach, Schnell + Steiner Verlag,
ca. 440 Seiten, 638 Farbabb., 31 s/w Abb.,
Museumsausgabe, Broschur, ISBN 978-3-7954-2176-2, € 24,90
Buchhandelsausg. Hardcover, ISBN 978-3-7954-2177-9, € 34,90


Oktober 2009

© Gabriele Becker, Journalistin

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