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Flämische Gemälde im Städel Museum 1550 - 1800

Der umfangreiche zwei-bändige Bestandskatalog „Flämische Gemälde im Städel Museum 1550-1800“ ist ein weiterer Bestandskatalog zur Städelschen Sammlung und nun erschienen.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit des Museums hat Agnes Tieze die flämischen Gemälde zwischen 1550 und 1800 im Städel systematisch wissenschaftlich aufgearbeitet.

Auf Grundlage einer detaillierten gemäldetechnologischen und maltechnischen Untersuchung wurde dabei jedes Werk mit Blick auf seine spezifischen künstlerischen und historischen Entstehungsbedingungen diskutiert. Die Ergebnisse dieser dreijährigen Untersuchung sind nun in Form einer umfassenden zweibändigen Publikation zusammengefasst.

Der von Max Hollein und Jochen Sander herausgegebene Bestandskatalog „Flämische Gemälde im Städel Museum 1550-1800“ wurde ebenso wie die wissenschaftliche Arbeit durch den Städelschen Museums-Verein finanziert. Bisher liegen im Städel unter anderem Bestandskataloge zu den Deutschen Gemälden 1300-1500, zu den Italienischen Gemälden 1300-1550 sowie zwei der insgesamt drei Bände zu den Holländischen Gemälden 1550-1800 vor. Die vom Städel erarbeiten Bestandskataloge gelten international als vorbildhafte wissenschaftliche Publikationen zur Aufarbeitung von Sammlungsbeständen.

Der gut verständliche Flamen-Katalog folgt dem Schema der bereits vorliegenden Bestandskataloge. Dabei wird jedes Werk gemäldetechnologisch und maltechnisch untersucht. Mittels abgebildeter Mikroskop-, Infrarot- und Röntgenaufnahmen gewinnt der Leser Einblick in den Werkprozess der Gemälde – Grundlage für die Bearbeitung der aktuellen Forschungslage – und insgesamt in den flämischen Bilderbestand im Städel Museum.

Bei den Untersuchungen wurde Agnes Tieze von der Gemälderestauratorin Christiane Haeseler unterstützt. Im Rahmen dieses aufwändigen Prozesses konnten einige Werke der Städel-Sammlung neu zugeschrieben werden. Die Publikation erörtert so unter anderem, dass das Vanitas-Stillleben, das vormals als Werk eines Niederländischen Meisters um 1660 galt, nun Peter Willebeeck zugeschrieben werden kann und dass „Dido und Aeneas“ – vormals als Werk von Rubens (und Werkstatt) gedeutet – mittlerweile Jan van den Hoecke zugeschrieben werden kann.

Die Autorin Dr. Agnes Tieze ist seit Oktober 2007 Direktorin des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg. Zuvor hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Städel Museum gearbeitet und im Rahmen ihrer Tätigkeit den Bestandskatalog „Flämische Gemälde im Städel Museum 1550-1800“ erarbeitet und die Ausstellung „Fokus auf Peter Paul Rubens und Jan Boeckhorst: König David spielt die Harfe“ vorbereitet. Agnes Tieze hat Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Kunsterziehung in Augsburg und Bonn studiert, 2002 über den flämischen Barockmaler Anton Goubau promoviert und ein wissenschaftliches Volontariat bei den Staatlichen Museen Kassel (museumslandschaft hessen kassel) absolviert.


Im großformatigen Bestandskatalog „Flämische Gemälde im Städel Museum 1550-1800“ wird in einmaliger Form wissenschaftlich und gut verständlich auf die Kunstwerke des Städel eingegangen. Der Katalog eignet sich auch hervorragend als Nachschlagewerk.


Bestandskatalog: Flämische Gemälde im Städel Museum 1550 – 1800
Von: Agnes Tietze
Hrsg.: Max Hollein und Jochen Sander, unter Mitarbeit von
Christiane Haeseler bei den gemäldetechnologischen
Untersuchungen
Michael Imhof Verlag und Städel Museum
2 Bände, 768 Seiten, zahlr. Farb.Abb.,
Mikroskopaufnahmen, Infrarotreflektografien,
ISBN 978-3-86568-195-9, 99,90 Euro.

September 2009

© Gabriele Becker, Journalistin


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